Das figurengestützte Erzählen

Ich bezeichne meine Arbeitsweise als "Figurengestütztes Erzählen". Darunter verstehe ich eine Verbindung aus freier mündlicher Erzählkunst, Figurenspiel und auch schauspielerischen Elementen.

Die Geschichten basieren auf bekannten Märchen und Erzählstoffen, werden jedoch nicht wortgetreu nach einem festen Text, sondern frei aus dem Gedächtnis vorgetragen. Dadurch entsteht eine größere Lebendigkeit im Erzählen - und es bleibt Raum für spontane Improvisationen und das unmittelbare Eingehen auf die Reaktionen der Kinder.

Begleitet werden die Erzählungen durch das Spiel mit schlichten Holzfiguren, den sogenannten "Männchen". In ihrer reduzierten Formensprache, die an die Ästhetik der Waldorfpädagogik erinnert, haben sie keine ausgearbeitete Mimik. Diese Einfachheit lässt Raum für eigene innere Bilder und fördert die Vorstellungskraft des Publikums.
Der Spieler leiht den Figuren seine Stimme und seinen Gesichtsausdruck – und lässt sie so vor den Augen des Publikums lebendig werden.

Durch den Wechsel zwischen Erzählen, Figurenspiel und schauspielerischen Momenten entstehen verschiedene Spielebenen, die die Geschichten abwechslungsreich und kurzweilig machen und so die Aufmerksamkeit des Publikums immer wieder neu entfachen.

Das Figurengestützte Erzählen orientiert sich am freien, kindlichen Spiel: am Erfinden und Eintauchen in eigene Bilderwelten. Wer Kinder beim Spielen beobachtet, sieht oft genau dieses Prinzip: Sie erschaffen mit einfachen „Männchen“, Klötzen und Alltagsgegenständen ganze Welten. Von diesem Spiel habe ich mir vieles abgeschaut.
Mein Ziel ist es, das Publikum nicht nur zu unterhalten, sondern Impulse zu geben, selbst kreativ zu werden und eigene Geschichten zu entwickeln und zu gestalten.

Der Kasper ist in all meinen Geschichten präsent. Er ist derjenige, der zwischen den Welten wandert: zwischen Bühne und Publikum, zwischen Spiel und Wirklichkeit, zwischen Lachen und Nachdenken – ganz in der Tradition des alten Volkstheaters.

Kasper Holzig